60 Jahre Trauerhalle Südfriedhof

1953 wurde die Trauerhalle auf dem Südfriedhof errichtet, nachdem man das alte Totenhaus zum Verwaltungsgebäude umgebaut hatte. Fast 50 Jahre später, im Jahr 2003 wurde sie für rund 500.000 Euro komplett saniert - allerdings ohne ihren Charakter grundsätzlich zu verändern. Die von den beiden Künstlern Josef Baron und Edith Prutz in den 50er Jahren gesetzten Akzente wurden erhalten. Gleichzeitig gestaltete Wilhelm Buschulte Fenster und Teile des Innenraums neu.

Buschultes Kreuz in der Konche zeigt fünf Kreuzpunkte für die fünf Wundmale Christi mit je sieben Kugeln, die für die geistigen und leiblichen Werke der Gerechtigkeit stehen: Gebet, Sühne, Trost, Rat, Verzeihung, Belehrung, Zurechtweisung sowie Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke besuchen, Gefangene trösten und Tote begraben. Bei nicht-christlichen Feiern kann das Kreuz auf Wunsch zu einem Leuchter verwandelt werden.

Bewusst schlicht gehalten sind die neu gestalteten Seitenfenster, die von Wilhelm Buschulte stammen. Sie zeigen einfache Ornamente mit horizontalen und vertikalen Glasstangen als Lichtträger.

Den oberen Bereich dominiert eine offene Form aus blankem Glas. Unten finden sich jeweils zwei Achate, gleichsam als Samenkorn - Symbol für die Hoffnung auf neues Leben. Ebenfalls schlicht sind die von Buschulte entworfenen Fenster über der Empore. Auch sie will der Künstler als begleitendes Element zu der eigentlichen Bedeutung des ganzen Raumes verstanden wissen.

Von dem in Unna-Hemmerde lebenden und ebenfalls international arbeitenden Künstler Josef Baron stammt das bereits 1953 geschaffene Relief über dem Haupteingang der Trauerhalle. Es zeigt Phönix aus der Asche emporsteigend als Symbol der Auferstehung und der Hoffnung auf neues Leben. Mit diesem Auferstehungssymbol will Baron den Trauernden an dieser Stätte des Abschieds Hoffnung geben - Hoffnung auf neues Leben.

Die Gestaltung der Orgel-Empore stammt von Edith Prutz aus dem Jahre 1953. Sie ist im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten sorgfältig saniert worden. Das in Grau-Weiß gehaltene Sgraffito, eine aufwendige Kratz-Putz-Technik, zeigt die vier Evangelisten: Engel (Matthäus), Löwe (Markus), Adler (Johannes), Stier (Lukas). Das Lamm steht für Christus.

Zum Jubiläum der Trauerhalle wurde im Dezember 2013 neben dem Eingang eine Infosäule mit einem QR-Code aufgestellt. Friedhofsbesucher können diesen Code mit ihrem Smartphone oder Tablet-PC scannen und gelangen so auf diese Seite.