Speierling
Speierling
(Sorbus domestica)
| Information | |
| Familie: | Rosaceae (Rosengewächse) |
| Verbreitung: | Mittel- bis Südosteuropa bis nach Kleinasien |
| Blütezeit: | April bis Juni |
| Blüte: | weiße, 6 bis 10 cm breiten, längliche Kegelrispen |
| Früchte: | je nach Typ birnen- bis apfelförmige Früchte |
| Herbstfärbung: | gelb bis orange |
| Symbolik: | Fruchtbarkeit und Wachstum |
| Pflanzjahr: | 2026 |
Beschreibung
Der botanische Gattungsname Sorbus ist der altrömische Name der Mehlbeere. Der Artname „domestica“ bedeutet häuslich oder zum Hause gehörend.
Der Speierling wurde 1993 zum Baum des Jahres bestimmt. Im Unterschied zu vielen zuvor ausgezeichneten, bereits bekannten Baumarten löste diese Wahl weitreichende und nachhaltige Impulse für den Artenschutz aus. Die damals nahezu unbekannte Baumart, die aufgrund unzureichender natürlicher Verjüngung regional sogar als vom Aussterben bedroht galt, rückte plötzlich stark in den Fokus der Öffentlichkeit. Das Medieninteresse war entsprechend groß: Zahlreiche deutschsprachige Zeitungen berichteten darüber und die Nachfrage nach Jungpflanzen stieg so stark an, dass Baumschulen sie zeitweise kaum decken konnten. Die Anzucht des Speierlings ist vergleichsweise aufwendig und unterscheidet sich deutlich von den üblichen Verfahren der Baumschulproduktion.
Der Speierling ist ein Charakterbaummit weißen Blüten, die von April bis Juni eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber darstellen. Ende Septemberreifen die etwa 2 bis 4 cm großen Früchte, die je nach Varietät apfel- oder birnenförmig sein können. Aufgrund ihres herben Geschmacks werden sie von Menschen meist erst nach Verarbeitung genutzt, dienen jedoch gleichzeitig als Nahrungsquelle für verschiedene Vogelarten.
Eine botanische Besonderheit des Speierlings besteht darin, dass er sich nicht mit anderen Arten der Gattung Sorbus, etwa der Elsbeere, der Echten Mehlbeere oder der Vogelbeere, kreuzen lässt. Zwischen dem Speierling und den drei anderen Arten besteht eine Kreuzungsbarriere.
Im Raum Frankfurt am Main besitzt der Speierling eine lange Tradition. Dort wird der herbe Saft unreifer Früchte zur Verfeinerung von Speierling-Apfelwein verwendet. Auch in der Volksmedizin fanden die Früchte Verwendung. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Gerbstoffen und Vitamin Cgalten sie als Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere bei Durchfall oder der Ruhr. Heute werden die Früchte überwiegend zu Marmelade oder Gelee verarbeitet, häufig in Kombination mit anderen Früchten wie der Quitte, um den ausgeprägt herben Geschmack auszugleichen.