Schwarz-Erle
Schwarz-Erle
(Alnus glutinose)
| Information | |
| Familie: | Betulaceae (Birkengewächse) |
| Verbreitung: | Europa |
| Blütezeit: | Februar bis April |
| Blüte: | männliche Blüte: 5 bis 10 cm lange bräunliche Kätzchen; weibliche Blüte ist unscheinbar |
| Früchte: | eiförmige ca. 2 cm lange verholzte Zapfen |
| Symbolik: | Wiedergeburt und Lebenskraft |
| Pflanzjahr: | ca. 1945 |
Beschreibung
Die Schwarz-Erle botanisch Alnus glutinose wurde ca. 1945 gepflanzt, gehört zurFamilie der Birkengewächse und ist in Europa verbreitet.
Sie blüht von Februar bis April und bildet männliche 5 bis 10 cm lange, bräunliche Kätzchen. Die weiblichen Blüten sind unscheinbar. Später bilden sich
eiförmige, ca. 2 cm lange, verholzte Zapfen
Die Schwarz-Erle war Baum des Jahres 2003 und steht symbolisch für die Wiedergeburt und die Lebenskraft.
Der botanische Gattungsname Alnus ist der alte römische Name der Erle. Der Artname „glutinose“ kommt von „glutinosus“ und bedeutet klebrig.
Die Schwarz-Erle ist eine heimische Baumart, die sehr früh im Jahr blüht. Die weiblichen Früchte entwickeln sich auf eine für Laubbäume ungewöhnliche Weise: Im Laufe der Zeit verholzt der Fruchtstand und nimmt die Form eines Zapfens an. Diese Früchte, die lange am Baum verbleiben, werden als „Wintersteher" bezeichnet und dienen verschiedenen Vogelarten während der kargen Wintermonate als Nahrungsquelle.
Die Schwarz-Erle passt sich hervorragend an feuchte Lebensräume an. Man findet sie häufig in Uferbereichen von Seen und Flüssen, wo sie zur Stabilisierung des Geländes beiträgt. An diesen Standorten mit erhöhtem Grundwasser stellt die Stickstoffversorgung der Wurzeln eine besondere Herausforderung dar. Um diesem Problem zu begegnen, besitzt die Schwarz-Erle Öffnungen in der Rinde, sogenannte Lentizellen, und lebt wie die Rohbienie in Symbiose mit Rhizobien oder Knöllchenbakterien. Sie kann mit Hilfe dieser Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden und diesen dann im Boden anreichern. Somit ist die Schwarz-Erle eine typische Pionierpflanze auf nassen Standorten.
In der Volksüberlieferung umgibt die Schwarz-Erle eine mystische Aura. Die blutrote Färbung, die an frischen Schnittflächen des Baumes auftritt und wie ein „Bluten" erscheint, trug zur Entstehung unheimlicher Legenden bei. Ihre Standorte in sumpfigen, unwegsamen Gebieten verstärkten diesen gespenstischen Ruf noch. In der Volksvorstellung entstand das Bild des „Erlenweibs", eine mystische Gestalt mit blutroten Haaren, die Wanderer in die Sümpfe zu locken drohte.
Das Erlenholz ist im Wasser äußerst widerstandsfähig und zeichnet sich durch eine herausragende Dauerhaftigkeit aus. Dies führte dazu, dass ein bedeutender Teil Venedigs auf Erlenpfählen errichtet wurde. Ihre gerbstoffreichen Blüten und Rinde wurden zum Gerben und Färben verwendet, während die Zapfen zur Herstellung von schwarzer Tinte dienten.
Für Herry Potter Fans: Der Zauberstab von Quirinus Quirrell wurde aus dem Holz der Erle geschnitzt. Der Zauberstabkern, der die Zauberkraft verstärkt, besteht aus Einhornschwanzhaar.